Die Gefährdung der biologischen Vielfalt durch
invasive gebietsfremdeArten.

Invasive gebietsfremde Arten (im internationalen Sprachgebrauch: Invasive Alien Species= IAS) sind Pflanzen- und Tierarten, die außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes in Konkurrenz um Lebensräume und Ressourcen andere Arten gefährden. Sie können die biologische Vielfalt verringern, Ökosysteme schädigen, Kulturlandschaften verändern, die Nutzung von Landschaften oder Gewässern mindern, neue Krankheiten übertragen oder die menschliche Gesundheit beeinträchtigen.
Verfasserin:    Dipl.-Biol. Angela Winter – Fachbereich WD 8, Umwelt, Naturschutz, Reaktorsicherheit,                            Bildung   und Forschung
                                Trojanischer Flohkrebs
               
             Online Aquarium-Magazin März 2013 Seite 29
Gebietsfremde Arten verdrängen zunehmend heimische Spezies aus ihren angestammten ökologischen Nischen. Die Schwarzmundgrundel (Neogabius melanostomus) stellt in Rhein und Main derzeit die häufigste von insgesamt fünf invasiven, neozoischen Grundeln dar.
Eine aktuelle Studie im Fachmagazin PLoS ONE untersuchte die Nahrungsökologie und Parasitenfauna der Grundeln sowie der invasiven Flohkrebsarten. Dabei konnten sie am Untersuchungsort keinerlei einheimischen Flohkrebs-Arten wie beispielsweise Gammarus pulex mehr finden. Die Grundeln hatten entsprechend ausschließlich Flohkrebse gefressen, die wie sie selbst aus der Region des Schwarzen und Kaspischen Meeres eingewandert sind.
Über 90% der Schwarzmundgrundeln waren zudem mit einem Parasiten befallen, dem ebenfalls nicht heimischen Kratzer Pomphorhynchus tereticollis (Acanthocephale).
Die Grundel und ihre Lieblingsspeise, der invasive Höckerflohkrebs, fungieren für den Parasiten als Zwischenwirte: Den Flohkrebs benötigt er zur Entwicklung. Die Grundel nutzt er als Transportwirt zur Verbreitung. Die Zielwirte, größere Fische, infizieren sich, wenn sie Grundeln fressen.
Es sind also zwei invasive Arten für die starke Verbreitung eines Parasiten verantwortlich, welcher ebenfalls in dieser Region vorher nicht heimisch war.
Der Nachteil für die einheimischen Fischarten: Ihr Immunsystem kennt sich mit den für sie neuen Parasiten nicht aus, weil der Prozess einer gemeinsamen Koevolution nicht stattgefunden hat. Gegenüber hiesigen Schädlingen und Krankheitserregern haben die Fische eine gewisse Widerstandsfähigkeit entwickelt, doch gegen gebietsfremde Organismen besitzen sie oft nur geringe oder gar keine natürlichen Abwehrkräfte. Möglicherweise sterben die Tiere daher durch den Parasiten früher oder sind in ihrer Fitness eingeschränkt.
                                                                                               Quelle: www.senckenberg.de

















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